Portraits

Wir haben den ursprünglich vagen, träumerischen Gedanken vom «Zusammenwohnen im Alter» realisiert, es war wie der Aufbruch in eine neue Welt, wir waren unsicher, zögernd aber auch beharrlich. Mit der Aussicht auf die Übernahme des Stürlerhauses nahm der Traum Gestalt an, eine euphorische Zeit begann, wir konnten (fast) alles realisieren, was wir uns ausdachten, es waren nicht immer einfache, aber einmalige, grossartige und inspirierende Jahre.

Der Alltag ist auch nach 24 Jahren gefüllt mit Aufgaben. Noch immer haben wir den Ehrgeiz vieles selber zu machen wie z.B. die Instandhaltung des Hauses, die Finanzen &  Rechtsfragen, der Garten, kulturelle Anlässe und das bed&kitchen.

Die Diskussionen an unseren vierzehntägigen Sitzungen sind nicht ohne Auseinandersetzungen, aber Kompromisse einzugehen ist eine unserer Stärken geworden.

Ich stehe nach wie vor mit Überzeugung hinter dieser Form des Zusammenlebens im Alter, sie ist die einzige um a) nicht zu vereinsamen b) wach zu bleiben c) zu lernen, d) zu debattieren, e) Rücksicht zu nehmen und f) mit der Zeit zu gehen und ich ermuntere euch, es uns nachzutun, es kommt gut.

Noch kurz über mich: 5 Kinder, 3 Schwiegertöchter, 2 Schwiegersöhne, 8 Enkelinnen und Enkel, 6 Mitbewohnende, Lese- und Hörbuchratte, neugierig, lernbegierig, Fan von sozialen Medien, tätig in der SP Bern Stadt und neu Mitglied des Frauen-Schachclubs.

 

Barbara Zohren

 

Ich wohne zu zweit im 2.OG Ost mit Dachschräge und geniesse jeden Sonnenaufgang. Ab und zu sitze ich am Klavier, aber noch lieber mit Buch im Garten. Bin vierfache Grossmutter und stolz auf unsere Enkelkinder. Ausserdem bin ich immer noch angriffige Löwin. 

Ich bin nach wie vor absolut überzeugt von der Alters-WG-Idee und fühle mich nach 24 Jahren und Genossenschaftserfahrung hier zuhause. Ich erlebe die tägliche Herausforderung in und mit der Gruppe als ständigen Lernprozess. 

Vertrauen, Hilfsbereitschaft und Solidarität, die wir hier leben, sind in zunehmendem Alter besonders wichtig.

 

Bettina Steinlin

 

Obwohl ich die Abendsonne liebe, scheint bei mir die Sonne am Morgen in die Wohnung, obwohl ich verriegelte Türen nicht ausstehen kann, lebe ich im Parterre und obwohl ich mit Zahlen auf Kriegsfuss stehe, wurde ich in die Finanzgruppe delegiert. Dennoch möchte ich das alles nicht missen. Das Zusammenleben ist manchmal schwierig, gelegentlich mühsam, stets eine Herausforderung - oft aber auch einfach sehr lustig und bereichernd.Mein Tag beginnt mit einem Kaffee und mindestens einer Zeitung, ich lese gern und kann in Büchern versinken, ich liebe engagierte Diskussionen, interessiere mich für andere Menschen und immer noch und immer wieder neu für Geschichte und Politik. Dies ist mein beschauliches Leben. Es gibt aber auch das Andere: Mit Freundinnen und Freunden, Kindern und Enkelkindern in einem wilden Durcheinander der Generationen und Temperamente im grossen Engadinerhaus. Oder unterwegs, altersbedingt vor allem noch mit Zug oder Schiff, nach  Norden und Süden, Osten und Westen. Am Schönsten ist es, wenn die Balance stimmt."

 

Regula Willi

Seit 2025 verwitwet, Mutter und aktive Grossmutter, Kontemplations-lehrerin. Gut vernetzt mit ihrer Familie und Freundinnen und immer noch gern in Bewegung mit dem Tennisschläger, im Turnen, zu Fuss, mit dem eBike und natürlich in der Aare vor dem Haus. Interessiert an psychologischen, gesellschaftlichen, naturwissenschaftlichen und kulturellen Fragen. Im Stürlerhaus engagiert als Co-Präsidentin und im Garten.

 

Ruth Falb

ist im Oktober 2025 in eine Residenz gezogen

 

Pia Sieber

Als Ostschweizerin lebe ich seit 54 Jahre in Bern, seit 2002 im Stürlerhaus am Altenberg. In dieser Zeit haben wir uns zu einer Gemeinschaft zusammengefunden und wir können auf   24 erlebnisreiche Jahre zurückblicken. Wir haben uns gegenseitig inspiriert und das alte Haus sorgsam verwaltet und gepflegt. Noch immer finde ich das Leben in diesem 367 jährigen und wunderschönen Haus an der Aare anregend und wunderbar. Leider mussten wir uns von Richard und Fritz für immer verabschieden und Ruth ist in eine Altersresidenz umgezogen. Unsere Gemeinschaft ist somit kleiner geworden und wir wünschen uns, dass bald neue GenossenschafterInnen das Haus und unser Zusammen wohnen mit ihren Visionen beleben werden. Die Jahre über 80 werde ich nun sorgsam und bewusst gestalten. Noch bin ich gerne für meine Familie und die fünf Enkel da und noch reise ich gerne  und halte mit meiner Kamera fest, was es zu entdecken und zu bewundern gibt.

 

Richard Hehl

ist leider im April 2025 verstorben

 

 

 

Fritz Muchenberger

ist leider im Juni 2025 verstorben

Helmut Zohren

Er liebt es, handwerklich zu arbeiten, kümmert sich deshalb um den Unterhalt des Hauses und ist relativ oft im grosszügigen Werkraum im Soussol anzutreffen, wo er sich mit Material, Werkzeugen und Maschinen beschäftigt. Weitere Interessen sind die meist zu kurz kommenden Themen EDV, ökologische und soziale Fragen.

 

Ruedi Moor

Als jüngstes Stürlerhausmitglied bin ich - trotz gelegentlichem Hochwasser - überzeugt vom «Zämeläbe» hier am Fluss. Weil ich das klare Aarewasser liebe, versuche ich auch in der Gruppe zur Klarheit beizutragen, ohne Unklarheiten und Irritationen gering zu schätzen. Manchmal findet man mich auch etwas weiter oben in den Bergen, wo der Fluss herkommt.